Groupe « EPER – quo vadis ? »
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Mediencommuniqué

Bern, 29. Januar 2009

Donnerstag 29. Januar 2009, von Groupe « EPER – quo vadis ? »

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Für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS

Im Sommer 2008 hat die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) den Generaldirektor von Nestlé Schweiz, Roland Decorvet, in den Stiftungsrat des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) gewählt. Diese Wahl wurde in der Öffentlichkeit heftig kritisiert, weil HEKS und Nestlé ganz unterschiedliche Interessen vertreten. Während Nestlé beispielsweise die Privatisierung von Wasser mit aller Kraft vorantreibt und durch seine aggressiven Geschäftspraktiken BäuerInnen in Bedrängnis bringt, setzt sich das HEKS seit langem für das Recht auf Nahrung ein. Diese fragwürdige Wahl erscheint vielen als Ausdruck eines schleichenden Kurswechsels beim HEKS. Es droht die Gefahr, dass das einst theologisch und politisch profilierte Hilfswerk sich schrittweise zu einem profillosen, einzig auf Wachstum fixierten Werk entwickelt.

Die breite Diskussion nach der Wahl von Roland Decorvet hat eindrücklich gezeigt, dass das HEKS eine Basis hat, die sich mit ihrem Hilfswerk sehr verbunden weiß. Deshalb haben verschiedene UnterstützerInnen des HEKS sich zusammengeschlossen und am 29. Januar 2008 an einer Medienkonferenz in Bern die Studie Ethische Aspekte einer umstrittenen Wahl öffentlich präsentiert. Diese Studie wurde zuerst an die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung des SEK, des Rats des SEK und des Stiftungsrats des HEKS adressiert. Sie soll aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit eine breite Diskussion stattfinden kann. Ziel der Studie ist es, die ethischen Implikationen zu erörtern, die sich mit Entscheidungen verbinden, die unvereinbare Interessen und Werte kollidieren lassen. Sie versteht sich zugleich als Anleitung für künftige Situationen, in denen es zu ähnlichen Konflikten kommen könnte.

Außerdem haben sie eine Petition lanciert, die den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und den HEKS – Stiftungsrat auffordert, sich einzusetzen für ein profiliertes HEKS, das die prophetische Tradition, die kirchliche Basis, das politische Engagement, die Kritik an der neoliberalen wirtschaftlichen Globalisierung und die Partnerschaft mit ähnlich orientierten Hilfswerken und NGO’s in seiner Praxis ernst nimmt. Unter den über 50 ErstunterzeichnerInnen aus der ganzen Schweiz befinden sich TheolgInnen und PfarrerInnen wie Silvia Schroer, Denis Müller, Käthi La Roche oder Kurt Marti, prominente PolitikerInnen wie die Genfer Ständerätin Liliane Maury Pasquier, die Basler Nationalrätin Maya Graf oder der ehemalige UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, aber auch langjährige MitstreiterInnen für Gerechtigkeit und Frieden wie Leni Altwegg, Ursula Brunner und Boudewijn C. Sjollema. Die Petition wird im Juni 2009 dem Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) als Träger des HEKS und dem HEKS – Stiftungsrat übergeben.

Am 4. Juni 2009 findet in Bern unter dem Titel Quo vadis HEKS? ein Podiumsgespräch statt, zu dem neben Pfr. Albert Rieger, Fachstelle OeME, Bern, und Prof. Pierre Bühler, Zürich, auch zwei Mitglieder des HEKS–Stiftungsrates eingeladen sind.

Die Texte

Der Text der Studie Ethische Aspekte einer umstrittenen Wahl (auf Französisch; ab Ende Januar auch auf Deutsch), die Petition (auf Deutsch und Französisch) sowie weitere Informationen finden Sie unter www.eper-quo-vadis.ch, www.aufbruch.ch und www.neuewege.ch.

Auskünfte erteilen

  • Pierre Bühler, Professor, Petit-Catéchisme 5, 2000 Neuchâtel, Tel. 044 634 47 52, Email: pierre.buehler@access.uzh.ch (dt./frz.)
  • Jürg Liechti-Möri, Pfarrer, Blumenbergstrasse 50, 3013 Bern, Tel. 031 332 13 88, Email: jurgliechti@bluewin.ch (dt.)  

    Adresse

Komitee für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS
Postfach 589
3000 Bern 25

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